J.R.R Tolkiens "Der Herr der Ringe" zwischen populärer Romantik und neurechter Fantasy
Orks aus dem Osten sollte der russische Titel des von dem Leipziger Literaturwissenschaftler Dirk Oschmann verfassten Megasellers Der Osten: eine westdeutsche Erfindung lauten. Die Übersetzung lautet nicht Hobbits aus dem Westen. Verlag und Autor haben mittlerweile den Vertrag mit dem russischen Verlag gekündigt und die weitere Verbreitung gestoppt.[1] Das Narrativ, das hier bedient wird, ist denkbar schlicht: Der Westen Europas wird - wie der Westen Mittelerdes - durch den Osten ständig in seiner Existenz herausgefordert. Der allusive Titel der russischen Übersetzung greift auf etablierte politische Lektüren zurück. Die Orks sind das absolut Andere in der Welt Mittelerdes. Als solche sind sie vogelfrei und dürfen straffrei getötet und vernichtet werden.[2]
Peter Thiel, der Trump-Unterstützer, autodidaktischer Religionsphilosoph, Tech-Milliardär und Tolkien-Fan, investiert in eine Firma namens Anduril, die nach einem Schwert aus Tolkiens Der Herr der Ringe benannt ist.[3] Dieses Schwert wird bei Tolkien, ganz im Sinne des Thielschen Unternehmens, das sich auf autonome militärische Systeme spezialisiert hat, als „Flamme des Westens“[4] bezeichnet. Thiels Investmentfirma trägt den Namen Mithril, jenes extrem seltenen Edelmetalls aus Tolkiens Universum der magischen Dinge, das für das Schmieden der Ringe, Bilbos Panzerhemd und andere seltene Dinge verwandt wird (HdR, I, 410ff., 435).
Alexander C. Karp, Chef von Palantir begründet in seinem Buch The Technological Republic, die Tatsache, dass er seinem Unternehmen, das Sicherheits- und Ermittlungssoftware für Geheimdienste, Polizei und andere Sicherheitsdienste vertreibt, den Namen der sehenden Steine in Tolkiens Der Herr der Ringe gegeben hat, mit dem Wunsch, sein Unternehmen „in einem breiteren kulturellen Kontext und einer Mythologie“[5] zu verankern. Die sehenden Steine bei Tolkien blicken in die Zukunft von Mittelerde. Die Algorithmen von Palantir versuchen, delinquentes oder bedrohendes Verhalten vorauszusagen. Die Mythologie, die beide verbindet, ist die der Beherrschung der Zukunft.
Man sieht an diesen Anekdoten die Aktualität der Tolkienschen Figuren und Motive in der Gegenwart. Der Herr der Ringe von J.R.R. Tolkien ist eines der weltweit am meisten gelesenen und übersetzten Werke, die Romanreihe wurde bisher insgesamt 150 Millionen Mal verkauft, seine Popularität wird ständig ge- und vermessen.[6] Dass Tolkiens Fantasy-Epos derzeit in rechtspopulistischen und neurechten Kreisen populär ist oder popularisiert werden soll, ist indes kaum verwunderlich.[7] Diese kulturelle Strategie hat etwas mit der kulturpolitischen Agenda der genannten Kreise zu tun. In dieser geht es, verkürzt gesagt, um eine Umgestaltung der kulturellen Hegemonie, die von der Neuen Rechten als Kulturkampf geframt wird.
Hierzu ist die Philosophie Antonio Gramscis entscheidend. Das mag verwundern, gilt doch Gramsci als Ikone linker Theoriebildung. Der Begriff „Hegemonie“ ist hier entscheidend. Gramscis Denken entwickelt eine Vorstellung davon, wie man Prozesse organisieren muss, um Zustimmung der Beherrschten zu einem politischen, kulturellen oder gesellschaftlichen Projekt zu gewinnen.[8] Es geht nicht um Auflösung von Herrschaft, sondern um eine andere Form im Verhältnis von Herrschenden und Beherrschten. Im ersten Band der Gefängnishefte schreibt Gramsci diesbezüglich: „Das historisch-politische Kriterium, das den eigenen Untersuchungen zugrunde gelegt werden muß, ist folgendes: daß eine Klasse auf zweierlei Weise herrschend ist, nämlich ‚führend‘ und ‚herrschend‘. Sie ist führend gegenüber den verbündeten Klassen und herrschend gegenüber den gegnerischen Klassen.[9] Die Kombination aus „Führung“ und „Herrschaft“ ist der Kern von Gramscis Hegemoniekonzept.
Hoffähig gemacht in der neurechten Szene hat Gramsci unter anderem Alain de Benoît. In seinem Buch Kulturrevolution von rechts charakterisiert de Benoît Gramcis Überlegungen als „prophetisch“[10]. Die Aufgabe der neurechten Intellektuellen läge darin, den „allgemeinen Konsens zu zerstören“[11]. In der neurechten Postille Criticón wird Antonio Gramsci bereits 1980 von Günter Platzdasch als „Vater der Kulturrevolution“[12] und als „Retter“[13] bezeichnet, Besonders interessant ist Gramscis Vorstellung des im Volke verwurzelten ‚organischen Intellektuellen“, der zuerst die Kultur und die gesellschaftliche Kommunikation revolutioniert, dann erst die politischen Institutionen.[14] Dieser Hintergrund ist wichtig, um die Aneignung populärer Literatur, wie sie derzeit in neurechten Kreisen betrieben wird, zu verstehen.
In der neurechten Szene hat Tolkien immer schon eine große Rolle gespielt. In der Zeitschrift Criticón, ist bereits in den 1970er und 1980er Jahren der Versuch gestartet worden, Tolkien auf eine neurechte Lektüre zu verpflichten. Mit Verweis auf den Anglisten und Tolkien-Forscher Randel Helms wird der „Hobbit Frodo“ als technikkritischer „Anti-Faust“ gedeutet, der den Kapitalisten „Sauron“ letztlich besiege und so die „Rückkehr“ der Menschheit zu einem ‚einfachen‘ und ‚naturbewussten‘ Leben ermögliche.[15] Für Johannes Ludwig gehört er zu den „konservativen Vordenkern des 20. Jahrhunderts“[16].
Mittelerde ist eine bedrohte Welt, eine Welt, deren Ordnung prekär geworden ist. Die Bedrohung aus dem Osten ist in der erzählten Welt real und wird im Laufe der Erzählung gesteigert – immer mehr, je näher die Gefährten des Rings sich dem Schicksalsberg nähern. Die Landschaften werden düsterer, weniger grün, stattdessen grau und nebelverhangen. Das Auenland dahingegen erscheint als ein in sich geschlossenes Idyll, das sich erfolgreich der Modernisierung der Verhältnisse durch das Mordor-Böse widersetzt. Modernisierung wird als Bedrohung gesehen. Hobbits sind heimatverbunden, gleichsam provinziell. Sie „schätzen Ruhe und Frieden und den wohlbestellten Boden“ (HdR, I, 15). Die Technisierung ihrer Lebenswelt behagt ihnen nicht: „Kompliziertere Maschinen als Blasebalg, Wassermühle und Handwebstuhl verstehen und mögen sie auch heute noch nicht.“ (HdR, I, 15). Sie bringen die „Pläne der Weisen und Großen dieser Welt durcheinander“ (HdR, I, 17).
All diese den Hobbits zugeschriebenen Sachverhalte (Behaglichkeit, Technikaversion, Widerstand und Autonomie) machen den Text für populistische Kreise interessant. Populismus ist „eine Politikvorstellung, laut derer einem moralisch reinen, homogenen Volk stets unmoralische, korrupte und parasitäre Eliten gegenüberstehen – wobei diese Art von Elite eigentlich gar nicht zum Volk gehört.“[17] Das kann man als Organisationsprinzip der erzählten Welt lesen: die Differenz zwischen dem Volk in Mittelerde und der technokratischen Elite in Mordor.
Populär ist das Epos nicht zuletzt aufgrund einer Lektüre geworden, die, insbesondere in der Neuen Rechten Italiens, schon seit der ersten Tolkien-Übersetzung 1972 ins Italienische, die zivilisationskritischen Potentiale des Textes in den Mittelpunkt rückt.[18] Die Popularität dieses Textes, aber auch des phantastischen Genres im Allgemeinen besteht kontinuierlich fort und findet sich auch heute unter führenden Rechtspopulisten Europas. Die italienische Premierministerin Georgia Meloni, deren politische Sozialisation in der postfaschistischen Jugendbewegung stattgefunden hat, ist eine passionierte Tolkien-Leserin. Für Meloni ist, wie sie in ihrer Autobiographie Ich bin Georgia. Meine Wurzeln, meine Vorstellungen schreibt, der Hobbit Samwise Gamgee, genannt Sam, ihre „Lieblingsfigur. Dieser sei nämlich bereit, für eine größere Sache, nämlich den ultimativen Kampf des Guten gegen das Böse und für den Erhalt des ursprünglichen Auenlandes, einzustehen“[19]. In der strategischen Zitation eines Gedichts aus einem Brief Gandalfs an die Hobbits zu Beginn der Reise nach Mordor heißt es bei Meloni: „Die Realität ist das Leben von heute, aber auch das vergangene: die Tradition, die Erinnerung. Diese ‚tiefen Wurzeln, die der Frost nicht erreicht‘, um es sinngemäß mit Tolkien zu sagen, sind die Basis jeden Werdens und Wachsens.“[20] Die Stelle, auf die sich Meloni bei Tolkien bezieht, lautet in der deutschen Übersetzung von Der Herr der Ringe: „Die tiefe Wurzel erfriert nicht, / Was alt ist, wird nicht zum Gespenst.“ (HdR, I, 228)
In vielerlei Hinsicht lässt sich diese Form der Aneignung von Tolkien mit den Theorien des Populären und des Populismus kurzschließen, wie sie im Anschluss an das Forschungsprogramm des Siegener Sonderforschungsbereichs Transformationen des Populären entwickelt worden sind. Mit dem Populären, so lautet der Tenor der Siegener Forschungen, entdeckt die ‚Aufklärung‘ das Volk, eine Einheit, die inklusiv gedacht ist und Standesgrenzen ignoriert: Der Bauer ist eben genauso Teil des Volkes wie der Fürst. Soziale Unterschiede, die Sozialversicherung der ständischen Gesellschaft, erodieren. Die Frage nach dem Populären ist somit unter den Bedingungen eben dieser Ständegesellschaft in sich schon intrikat. Die gesteigerte Aufmerksamkeit für das Populäre ist daher ein Anzeichen für eine Veränderung der Ständegesellschaft, deren soziale Ordnungsmuster (oben/unten, hoch/niedrig und andere) beginnen, ihre Wirksamkeit zu verlieren. Literatur wird – in seiner populären Formation – ebenfalls inklusiv.
An die Umdeutung des Populären schließt auch die mit der Tolkien-Debatte verbundene Romantikrezeption der Neuen Rechten an. Es handelt sich um eine „Popularisierung zweiter Ordnung“[21] durch die Neue Rechte, die die Frage, was gewusst, gelesen und damit beachtet werden soll (oder eben nicht), als zentrales Element einführt. Eine Popularisierung zweiter Ordnung soll die existierenden Bewertungsregimes verschieben.[22] In Sachen Popularität hat Niels Werber die Unterscheidung zwischen beliebter und unbeliebter Popularität eingeführt.[23] Das Problem des Populismus stellt sich dann, wenn „etwas bei vielen Beachtung findet“, das „aber keine Beachtung finden soll.“[24] Es geht Neurechten um eine alternative Geschichte der Aneignung des Romantisch-Populären, also um Aspekte der Romantik, die bei vielen Beachtung gefunden haben, nun aber offensichtlich depopularisiert worden sind.
Die Romantik, so kann man es zumindest sehen, ist eines der prominenten Beispiele für Aneignungsstruktur und -popularisierungsform von Vergangenheiten in der Gegenwart, die Hans Rudolf Velten vor allem für die Mittelalteraneignung entwickelt hat.[25] Die Geschichten und Legenden, die sich um das Mittelalter und seiner Themen ranken, sind auf der ganzen Welt bekannt und werden von vielen beachtet.[26] Es entsteht eine Mittelalterlichkeit der erzählten Welt. „Mittelalterlichkeit“, schreiben Theresa Specht und Hans Rudolf Velten „bedient sich Stereotypen, Archetypen und ikonischer Bilder vom Mittelalter, die in der Populärkultur bereits bei vielen beachtet werden und bekannt sind.“[27]
Diese These gilt unter Umwegen auch für die Aneignung der Romantik bei Tolkien und, teilweise davon ausgehend, bei der Neuen Rechten. Hier wie dort geht es um ‚Stereotypen, Archetypen und ikonische Bilder‘ von Romantik und moderner Zivilisation, wie sie beispielsweise in der viel zitierten romantischen Sehnsucht, der Mittelalterbegeisterung der Romantik, der Differenz ihrer poetischen Naturbilder zur entstehenden Naturwissenschaft, dem Wald und ihrer kritischen Position gegenüber der Ökonomisierung und Industrialisierung der gesellschaftlichen Sphären zum Ausdruck kommt. Analog entsteht also ‚Romantischheit‘ innerhalb der erzählten Welt. Es geht mir hier nicht darum, inwieweit diese Klischees etwas mit kurrenter Romantikforschung zu tun haben (das haben sie sicherlich nicht), sondern darum, welche Funktion dieser Hang zur Romantik hat. Es geht, etwas verkürzt formuliert, um das stets intrikate Verhältnis zwischen Popularität in Kunst und Kultur und dem Populismus in der Politik.
I.
Niels Werber hat in seinem Aufsatz Populismus und Popularität gezeigt, dass Populismus eine Form der Aneignung ist, die zunächst annimmt, etwas sei aus politischen Gründen nicht mehr populär, um die Nicht-mehr-Populäre dann zu popularisieren. Es geht also darum, das Depopularisierte erneut zu popularisieren.[28] Der Populismus, der politisch von einer umfassenden Depopularisierung (etwa der Schattenseiten des Fortschritts, der Globalisierung, der Technisierung) ausgeht, muss dann das scheinbar nicht mehr Populäre oder Nicht-mehr-populär-sein-Dürfende wieder verbreiten.
In ähnlicher Art und Weise verhält es sich mit der aus Sicht der Neurechten depopularisierten Romantik. In einer Parlamentsrede des AfD-Abgeordneten Hans-Thomas Tillschneider heißt es bereits 2017:
„In der deutschen Romantik finden wir Deutschen zu uns selbst. Die deutsche Romantik ist die Entdeckung des Volksgeistes und die Entdeckung der Nationalkultur, was erklärt, weshalb sie an Schulen und Universitäten heute kaum noch eine Rolle spielt. Umso wichtiger sind Institutionen außerhalb des staatlichen Bildungsbetriebes, die sich der Romantik annehmen.“[29]
Tillschneider ist der Auffassung, dass die Romantik im offiziellen Diskurs depopularisiert worden sei. Es ist nicht zufällig, dass sein Hinweis auf die Romantik in einer kulturpolitischen Debatte erfolgt. Die Annahme, dass durch hegemoniale Mehrheitsverhältnisse in den Institutionen und in der Lenkung der öffentlichen Meinung, die Romantik ihres ‚wahren‘ Kerns beraubt worden sei und nun durch eine Art ‚Gegenbildung‘ wieder ins rechte Licht gerückt werden müsse, ist der Grund für die Popularität der Romantik unter Vertretern der neuen Rechten. Es ist natürlich eine aberwitzige Behauptung, dass die Romantik an ‚Schulen und Universität‘ keinerlei Rolle mehr spiele. Und doch etabliert sich ein wichtiges Element des neurechten Narrativs: die starke Überzeugung, dass die ‚wahre‘ Romantik nur außerhalb des staatlichen ‚Bildungsbetriebs‘ zu finden sei. Das ist eine Verzerrung romantischen Bildungsdenkens.
Man sieht hier die rhetorische Strategie: Etwas wird als unpopulär markiert – hier die Entdeckung des Volksgeistes und der Nationalkultur -, um damit die von einer Mehrheit unterdrückte Positionen kulturmoralisch aufzuwerten: Wir sind die wahren Romantiker, wir halten an ihrem Erbe fest. Metapolitik lässt sich somit als Versuch einer Popularisierung jener Elemente des Romantischen und der Romantik verstehen, die nicht mehr populär sein dürfen. Mit der historischen Romantik oder der literaturwissenschaftlichen Forschung hat dies selbstverständlich nichts zu tun. Es geht ihnen einseitig um das Potential der Romantik für die grundsätzliche Kritik an der Moderne und ihrer Zivilisation, die immer schon im Zentrum alt- und neurechter Kulturkritik gestanden hat.
Dies alles bildet die Voraussetzung für die Literaturpolitik der neuen Rechten, die seit geraumer Zeit in den Fokus der Forschung gerückt ist. Die Neue Rechte ist eine Lesebewegung und Bewegung von aktivistischen und enthusiastischen Leserinnen und Lesern.[30] Wie Erika Thomalla in ihrem Beitrag zur neurechten Verlagspolitik gezeigt hat, bemühen sich Formate, wie etwa die von Volker Zierke verantwortete „Gegenuni“, um eine Form der Literaturvermittlung. In dieser gehe es um die neurechte „Aneignung des Populären“[31] und um die Etablierung neurechter Leseweisen. Tolkiens Der Herr der Ringe ist für Zierke, dem Veranstalter und Moderator der ‚Gegenuni‘ ein Epos der Krise unserer Zivilisation: Skepsis gegenüber dem Fortschritt, die Kritik an Moderne und Modernisierung, und insbesondere die Naturbezogenheit mache es für Leser, die in „ähnlich düsteren Zeiten“[32] wie das Personal des tolkienschen Epos leben würden, einfach, die Geschichte der Rettung von Mittelerde „nachzufühlen.“[33]
Die Redaktion der Sezession hat Tolkiens Der Hobbit auf die Liste der besten 100 Bücher gesetzt, im Blog des Verlags Jungeuropa wird Tolkiens Fantasy-Epos zu einem der wichtigsten Bücher überhaupt erklärt.[34] Im Kommentarteil auf der Internetseite der Sezession finden sich entsprechende Forderungen von Lesern, eben nicht nur Der Hobbit aufzunehmen, sondern unbedingt auch Der Herr der Ringe. Der User „Le Chasseur“ schreibt: „Und wenn man den Hobbit in die Liste aufnimmt, dann muss man konsequenterweise Tolkiens Magnus Opus Der Herr der Ringe (bestehend aus den drei Büchern Die Gefährten, Die zwei Türme und Die Rückkehr des Königs) auch aufnehmen“[35] An diese Empfehlung anschließend, wird die Erfahrung der Textwelten Tolkiens dann im klassischen Erleuchtungsmotiv verklärt: „Durch Tolkien wurde ich gewissermaßen politisiert. Nach der Lektüre seiner Biographie und der von Carpenter herausgegebenen Briefe wurde mir als damals Achtzehnjährigen [sic!] klar, dass ich ein Konservativer bin.“[36] Dass die neurechte Bewegung auf eine gewisse Weise konservative Positionen aufnimmt (vor allem solche von den Gründervätern wie Edmund Burke und anderen), weil sie der Überzeugung ist, diese seien unterdrückt worden, kann hier nur angedeutet werden.
2023 veröffentlichte der Renovamen-Verlag zum fünfzigsten Todestag von Tolkien den Sammelband Aurë entulava. Tolkien, schreibt David Engels in seinem Beitrag Ein Leben mit Mittelerde. Wachsen an Tolkien im genannten Band, sei „eine Art Widerstandsliteratur“[37] gegen das Tempo der Modernisierung und des Fortschritts, eine Art Aufstand in der vollends durchsakulärisierten Welt der Moderne. Die aktuelle „Tolkien-Forschung“[38], die sich „auf immer irrwitzigere Fragen wie die der nonbinären Beziehung zwischen Sam und Frodo, Tolkiens angeblicher Xenophobie, den ‚Atheismus‘ des Herrn der Ringe oder der Notwendigkeit einer feministischen Lektüre des Silmarillions zu beschränken scheint“[39], wird kritisiert. Tolkien setze, so arbeitet es Armand Berger in Tolkien, Europa und die Tradition. Zivilisation im Spiegel des Imaginären im Anschluss an Engels heraus, einer restlos aufgeklärten Welt eine Wiederverzauberung durch Religion, Mythos, Mythologie und Naturverbundenheit entgegen.[40]
In Wissenschaft als Beruf versteht Max Weber die wissenschaftliche Tätigkeit als Teil der ‚Entzauberung‘ der Welt: „Hat denn aber nun dieser in der okzidentalen Kultur durch Jahrtausende fortgesetzte Entzauberungsprozeß und überhaupt: dieser ‚Fortschritt‘, dem die Wissenschaft als Glied und Triebkraft mit angehört, irgendeinen über dies rein Praktische und Technische hinausgehenden Sinn?“[41] Die Welt wird technisiert, rationalisiert, das Geheimnis wird aufgeklärt. Diese Entzauberung ist Voraussetzung des Romantischen und Movens ihrer späteren Popularisierung. Zunächst einmal begründet sie den berühmten Romantisierungsimperativ, der bekanntlich lautet: „Die Welt muss romantisirt werden. So findet man den urspr[ünglichen] Sinn wieder.“[42] Romantisierung lässt sich als eine Wiederverzauberung und Wiedererlangung eines Sinns beschreiben, der verloren gegangen ist. In seinem vielzitierten Text Die Christenheit oder Europa inkriminiert Novalis die aufklärerische Kultur des Wissens. Deren Vertreter, heißt es,
„waren rastlos beschäftigt, die Natur, den Erdboden, die menschlichen Seelen und die Wissenschaften von der Poesie zu säubern, jede Spur des Heiligen zu vertilgen, das Andenken an alle erhebenden Vorfälle und Menschen durch Sarkasmus zu verleiden, und die Welt alles bunten Schmucks zu entkleiden. Das Licht war wegen seines mathematischen Gehorsams und seiner Frechheit ihr Liebling geworden. Sie freuten sich, daß es sich eher zerbrechen ließ, als daß es mit Farben gespielt hätte, und so benannten sie nach ihm ihr großes Geschäft, Aufklärung. In Deutschland betrieb man dieses Geschäft gründlicher, man reformierte das Erziehungswesen, man suchte der alten Religion einen neuern vernünftigen, gemeinern Sinn zu geben, indem man als Wunderbare und Geheimnisvolle von ihr abwusch“[43].
Man könnte diese Form der Aufklärungskritik als „Gegenbild“[44] zum Fortschritt der naturwissenschaftlichen Zergliederung der Natur in der Moderne beschreiben. Im „Zeitraum triumphierender Gelehrsamkeit“[45], so heißt es bei Novalis, wird die „unendliche schöpferische Musik des Weltalls“ zum „einförmigen Klappern einer ungeheuren Mühle“[46].
Die populäre romantisierte Fantasy vermag es, so die Stoßrichtung neurechter Lektüre, dem Fortschrittsglauben der kapitalistischen Moderne eine Gegengeschichte entgegenzuhalten, die im Rückgang auf vergangene Mythen und Mythologien besteht, die unter den Auspizien der Moderne und ihres Fortschrittsnarrativ nicht mehr populär sind. In dieser Wiederverzauberung der Welt liegt nicht zuletzt das Populäre von Fantasyliteratur verborgen, die mit der Popularisierung des Depopularisierten arbeitet.
Was aber ist Fantasyliteratur? In den verschiedenen Forschungsrichtungen herrscht Konsens darüber, dass Fantasy eine Art ‚Subgenre’ des Phantastischen bildet, das sich in Differenz zur immanenten Poetologie des Phantastischen setzt, die darin besteht, zwei Wirklichkeitsversionen aufeinander prallen zu lassen. Phantastik kann man als einen Modus des literarischen Wirklichkeitsbezugs bestimmen, in dem zwei Welten bzw. Weltwahrnehmungen aufeinander stoßen. Dieser Unfall der Wirklichkeitswahrnehmungen instituiert die erzählte Welt. Es geht immer um den Einbruch einer anderen Wirklichkeit in die alltäglich-konventionelle Lebenswirklichkeit.[47]
Fantasy dahingegen spielt in unmöglichen Anderswelten, die keinerlei direkte Beziehung zur konventionellen Wirklichkeit haben. In dieser Anderswelt spielen Dinge wie magische Schwerter oder Ringe, sprechende und kämpfende Bäume, Orks und Drachen eine Rolle, die sie in der realen Welt nicht spielen können, weil es sie nicht gibt. Eine Fantasygeschichte benötigt keine direkte Referenz auf die wirkliche Welt. Ihre „Legitimation“[48], so der Fantasyforscher Helmut W. Pesch, beziehe die Fantasy dadurch, dass sie „keine alternative Realität“[49] darstellt, die irgendwie wahrscheinlich ist, sondern reine „Fiktion“ ist. Nicht ganz ohne Grund ist Moritz Baßler Tolkien ein Beispiel für das, was er populären Realismus nennt. [50] In seinem Theoriebestseller Populärer Realismus. Vom International Style gegenwärtigen Erzählens heißt es, dass, wenn „unserer Welt nicht vollständig beschreibbar ist“[51], es legitim sein kann, „eine zu erfinden, die es ist“[52]. Das ist der Realismus der Fantasy, der populär geworden ist und unabhängig von Inhalten verfährt. Was allein zählt und nach Meinung Baßlers durch die Form deutlich wird, ist „die Machart der Texte“[53]. Somit wäre es die ‚Aufgabe‘ von Fantasyliteratur, eine vollständige, erzählbare, gleichsam überschaubare Welt zu erfinden, die genau aufgrund dieser Eigenschaften der realen Welt entgegengesetzt ist. Die Unübersichtlichkeit der Wirklichkeit führt in die übersichtliche Struktur einer erzählten Welt, wie wir sie in der Fantasy vorfinden. Die Eigenschaften setzen die erzählte Welt in einen populären Gegensatz zur nicht-erzählten Welt, in der wir leben. Es geht also um Gegenbildlichkeit, die intradiegetisch nicht thematisiert wird. Das markiert den Unterschied zur Phantastik.
II.
Es fällt auf, dass in der kurrenten Tolkien-Forschung häufig mit dem Populären der Romantikforschung gearbeitet wird, mit dem auch die Rechtspopulisten operieren. Dabei ist ganz und gar nicht gesagt, dass die Tolkien-Forschung, die ja nicht ganz zufällig zwischen Expertokratie der Literaturwissenschaft und Laienforschung hin und oszilliert, rechtslastig wäre. Oliver Bildo zufolge sei Tolkien von „einer romantischen Haltung“[54] geprägt, die Stichworte sind „Träume, Gefühl, Phantasie, Geheimnis, Sehnsucht“[55], der Kosmos von Mittelerde stehe in „Verbindung mit der epochalen Geistesströmung der Romantik“[56], die sich vor allem durch eine „tiefe christliche Überzeugung“[57] und durch die „Wiederbelebung des Mythos“[58], den er als „Weltschleier“ verstehe, auszeichne. Romantik sei „Emanzipation des Mythos“, bevorzuge das „Mittelalter“, stemme sich gegen „ein zu rasches Voranschreiten einer oft sinnlosen Mechanisierung und Industrialisierung […] und der damit einhergehenden Zerstörung der Natur.“[59] Die „Sehnsucht“ sieht er verkörpert in den Elben, die von einem tiefen „Fernweh“[60] ergriffen seien. Die Elben, so zeigt es der Text, sind aber nicht von einem tiefen ‚Fernweh‘ ergriffen, sondern vom Wunsch nach Heimkehr.
Auch Julian Eilmann stellt in seinem Aufsatz Tolkien und die Romantische [sic!] Nostalgie und in seiner Monografie J.R.R. Tolkien. Romantiker und Lyriker die wichtigsten Romantik-Klischees in den Mittelpunkt. So ist für Eilmann die romantische Nostalgie dadurch gekennzeichnet, dass der Mensch in früheren Zeiten ein viel „unmittelbareren Zugang zu den Dingen“[61] habe, das romantische Sprechen halte daran fest. Die Romantiker wüssten – das zeigt zum Beispiel Novalis‘ Heinrich von Ofterdingen – dass dieser ‚unmittelbare Zugang‘ das Gegenteil von Entfremdung ist und Resonanz verspricht. In der Vergangenheit der erzählten Welt Tolkiens existiert dieser Zustand, nach dem man sich sehnt. Das Auenland ist für Eilmann „Sinnbild für das wohlgeordnete bürgerliche Zuhause“[62] und damit, nimmt man die Romantik ernst, eigentlich ein Ort, an dem die viel zitierten romantischen Philister wohnen.
Wie Anja Osterhelt gezeigt hat, werden Romantikaneignungen in Gegenwart und Vergangenheit oftmals in den Heimatdiskurs eingespeist. Osterhelt weist etwa Björn Höcke eine Popularisierung des Romantischen nach,[63] um Heimat als etwas Schützenswertes und Bedrohtes zu konturieren. Ein ähnliches Vorgehen findet sich schon bei Tolkien. Im dritten Band seines Epos Die Wiederkehr des Königs kehren die Hobbits zurück ins Auenland, das ihnen nunmehr fremd geworden ist. Sie betreten ein transformiertes und industrialisiertes Land. Diesem zivilisatorischen Imperativ haben sich die Bewohner unterworfen: „Sie sind nur ständig am Hämmern, lassen Rauch und Dampf ab und geben selbst nachts in Hobbingen keine Ruhe. Und sie kippen mit voller Absicht ihren Dreck in die Wässer.“ (HdR, III, 354)
Die Hobbits sind sentimentale Figuren der industriellen Moderne. Es ist genau diese Erfahrung von Industrialisierung, die den zurückgekehrten Hobbits die „trübsten Stunden ihres Lebens“ (HdR, III, 358) beschert: „Der große Schornstein“, heißt es im Kapitel Die Säuberung des Auenlandes, „wuchs vor ihnen in die Höhe; und als sie sich durch die Reihen von hässlichen neuen Häusern zu beiden Straßen dem alten Dorf näherten, sahen sie die „neue Mühle in einer ihrer ganzen mürrischen Abscheulichkeit: ein großer Backsteinbau, spreizbeinig über dem Bach stehend, den er mit dampfenden und stinkenden Ausfluss verunreinigte. (HdR, III, 358-359). Der „schlimmste Verlust und Schaden, den das Auenland erlitten hatte, betraf die Bäume“ (HdR, III, 367), heißt es. Die Bäume sind im Zuge der versuchten Industrialisierung des Auenlands „erbarmungslos gefällt“ (HdR, III, 359) worden. Der Raum des Waldes als Raum des Widerstandes, den auch Höcke durchschreitet, fungiert darüber hinaus als imaginärer Ort der verhandelten Identität eines Volkes respektive einer Kultur.[64]
Die Rhetorik, dass die Mordor-Zivilisation einen Krieg gegen die Natur führt und sich der romantischen Wälder bemächtigt, ähnelt der von Adam Müller. Er argumentiert, dass der Staat nicht etwas Künstliches sein dürfe, sondern sich aus bestimmten Verständnissen des Menschen und seiner Beziehung zur Natur ableiten lassen müsse. Bei Müller heißt es: „Die Erde wehrt sich unaufhörlich gegen diese Angriffe [Angriffe auf die Natur durch Recht, Eigentum und Politik, MS] ihrer Kinder.“[65] Er schreibt, dass es einen „Krie[g] des Menschen mit der Erde“[66] gebe, der sich in der Erfindung einer nicht naturgemäßen, sondern künstlichen „Teilung der Arbeit“[67] repräsentiere. Die Vermarktlichung des Gemeinwesens aber führe zum Verlust von Vielfalt:
„Erst müßt ihr die Erde mit ihren unendlichen Klimaten und eigenthümlichen Lokalitäten in eine große gleichförmige Fläche ausgewalzt haben, erst muß alle Vorliebe der Menschen für das Nähere und Angewöhnte und für das Besondere, Erworbene ausgerottet sein, ehe diese unbedingte Gewerbefreiheit, also ehe dieses absolut freie Privatvermögen der Einzelnen möglich wäre.“[68]
Das Gemeinwesen darf nicht Ausdruck des ‚Krieges‘ des Menschen gegen die Natur sein, es muss sich gleichsam organisch einfügen in den Kreislauf der Natur. Es ist nicht nur Ausdruck des romantischen Widerstands gegen die Modernisierung von Staat, Recht und Ökonomie. Es ist Ausdruck eines gleichsam ‚ökologischen‘ Verständnisses von Staatlichkeit, das die Frage nach der Organisation von Macht anders stellt, und ein Gegennarrativ zum ökonomischen Liberalismus erzeugt. Der Bezug auf die Natur, wie er in Ökonomie und Zivilisationskritik unternommen wird, ist also eminent politisch.
Hobbits firmieren als transformationsresistente (und eben nicht resiliente) Konservative aus dem Auenland, deren Ansinnen gut romantisch die Heimkehr ist. Die romantische Heimkehr, das hat Dieter Arendt gezeigt, ist die narrative Oszillation zwischen dem Auszug aus der Heimat und der Heimkehr in ein verändertes Zuhause.[69] Die Hobbits, so heißt es im ethnologischen Prolog zu Der Herr der Ringe bleiben unter sich, reisen wenig, sind genügsam und zufrieden, scheren sich nicht um die anderen Völker in Mittelerde. Sie setzen das Gewachsene und das Organische ihres Gemeinwesens der Zivilisation der Elben und der Zwerge entgegen (HdR, I 15-37). Hobbits müssen die umfassende Kulturvernichtung, die der Zivilisation von Mittelerde, die manchen als Vorbild für eine ‚pluriversalistische‘ Zivilisation im Sinne Carl Schmitts gilt, aufhalten. „Die politische Einheit“, schreibt Schmitt, „setzt die reale Möglichkeit des Feindes und damit eine andere, koexistierende, politische voraus.“[70] Übertragen auf Mittelerde, funktioniert das Miteinander der Völker nicht als Universum, sondern eben als „Pluriversum“[71]. Der Krieg gegen Mordor wird als Krieg gegen das Böse geführt, gegen den absoluten Feind. Insofern ist die Welt Mittelerdes im Sinne des Politischen lesbar. Sie figuriert im Sinne heutiger Rechtspopulisten als ethnopluralistische Welt. Der „Große Austausch“ von Bevölkerungsgruppen ist bekanntlich ein Narrativ der Neuen Rechten. Er bedeutet, dass das ‚wahre‘ Volk in seiner ethnischen Einheit durch eine diverse Formation ersetzt wird.[72] Dies ist offensichtlich in Mittelerde nicht der Fall.
Für das Imaginäre neurechter Politik ist daher das Auenland ein Vorbild – und zwar in mehrfacher Hinsicht. Die Prosa Tolkiens, die die Rückkehr in die ursprüngliche Natur des Auenlandes als Aufbruch in eine andere und neue Zeit inszeniert, ähnelt in mancherlei Hinsicht einem organischen Verständnis des Gemeinwesens. Zum Beispiel ist es auffällig, dass die Hobbits keine Regierung haben: „Die meisten Familien regelten ihre Angelegenheit selbst.“ (HdR, I, 29). Es gibt zwar soziale Ungleichheit im Auenland, aber diese scheint niemand zu interessieren. Hobbits gehörten in jener Zeit, als die Könige noch regierten und waren „dem Namen nach seine Untertanen. (ebd.). Hobbits brauchen auch nicht den Zwang des Gesetzes oder einer Verfassung, denn „gewöhnlich befolgten sie die Gesetze aus freien Stücken.“ (ebd.) Politische Institutionen sind den Hobbits fremd. Sie sind daher eher Figuren des Politischen im Sinne Carl Schmitts als Figuren der Politik. Hobbits brauchen – ihrer Natur nach – weder Gesetze noch Maßnahmen zum Abbau sozialer Ungleichheit. Ihr Gemeinwesen, das durch Sitte und Gebräuche regiert wird, aber eben nicht durch Gesetze, ist somit ein Idealbild politischer Romantik. In seiner berühmten Vorlesung Elemente der Staatskunst, die Müller 1808 und 1809 gehalten hat, heißt es:
„[D]er Staat ist nicht eine bloße Manufaktur, Meierei, Assekuranzanstalt oder merkantilistische Sozietät: Er ist die innige Verbindung der gesamten physischen und geistigen Bedürfnisse, des gesamten physischen und geistigen Reichtums, des gesamten inneren und äußeren Lebens einer Nation, zu einem großen energischen, unendlich bewegten und lebendigen Ganzen.“[73]
Die Hobbit-Nation in Mittelerde ist mit Friedrich Schlegel gesprochen, „gleichsam eine allumfassende Familie, wo mehrere Familien und Stämme durch Einheit der Verfassung, der Sitten, der Gebräuche, der Sprache, des allgemeinen Interesses zu einem gemeinschaftlichen Ganzen verbunden sind.“[74]
Das hobbitsche Miteinander, das keine Ämter, keine Verwaltung und keine Bürokratie kennt, gibt es am Ende des Fantasy-Epos nicht mehr. Nun stören auf einmal „Vorschriften“ (HdR, III, 336)). Das Auenland ist „schlimmer als Mordor“ (HdR, III, 360). Die Transformation muss daher unbedingt gestoppt werden, denn das Auenland wie es ist, soll wieder in den Zustand versetzt werden, in dem es war: „Es geht einem nahe“, sagt der Hobbit Sam, „weil man hier zu Hause ist und weiß, wie alles war, bevor es verwüstet wurde.“ (HdR, III, 360). Die Hobbits kehren also rechtzeitig zurück, um die Auswirkungen der Industrialisierung des Auenlands zu stoppen. Tolkien kontrastiert das transformierte Auenland mit dem Auenland des Beginns. Es ist das Auenland, in dem die Hobbits zufrieden und genügsam lebten. Am Ende gibt es eine arbeitsteilige Wirtschaft (HdR, III, 353), es gibt eine Verstädterung. Die Heimkehr der Hobbits besteht aus der Restitution der ursprünglichen Verhältnisse. Die Hobbits sind die „Somewheres“ der Gegenwart.[75]
III.
Fantasy, so heißt es bei Michael Niehaus, ist der „Ort des Kurzschlusses von Macht und Phantasie“[76]. Dieser Kurzschluss wird von den Rechtspopulisten offensiv betrieben. Die politische Instrumentalisierung von Fantasy-Literatur durch die Neue Rechte ist Teil einer gegenhegemonialen Strategie. Das Heilsversprechen, das die Rechtspopulisten geben, ist die Wiederherstellung einer durch Moderne, Fortschritt und Migration kontaminierten Natur der Deutschen. Deutschland steht kurz vor der Eroberung durch Mordor. Gleichzeitig konstruiert sie den Rückzug in die Natur als ‚Pastoral‘, also als Wiederaufnahme von politischen Schäfererzählungen. Die Prosa der AfD und anderer Rechtspopulisten erweist sich so als Teilsegment eines Narrativs, das den Rückzug in die ursprüngliche Natur als Aufbruch in eine andere Zeit inszeniert:
„Wenn alle Stricke reißen, ziehen wir uns wie einst die tapfer-fröhlichen Gallier in unsere ländlichen Refugien zurück. Wir Deutschen – zumindest die, die es noch sein wollen – sind dann zwar nur noch ein Volksstamm unter anderen. Die Re-Tribalisierung im Zuge des multikulturellen Umbaus wird aber so zu einer Auffangstellung und neuen Keimzelle des Volkes werden. Und eines Tages kann diese Auffangstellung eine Ausfallstellung werden, vor der eine Rückeroberung ihren Ausgang nimmt.“[77]
Der Appell an den Rückzug in ein Jenseits der modernen Gesellschaft, die Wiederaufnahme der politischen Rhetorik von Jäger- und Sammlergesellschaften und auch die Perpetuierung einer hobbitschen Säuberung Mittelerdes von allem Fremden sind neurechte Narrative, die durch die Popularisierung Tolkiens bedient werden. Eine neurechte Lektüre von Tolkiens Fantasy-Epos gibt das Versprechen einer wiederherstellbaren Heimat, die unter den Auspizien der Gegenwart bedroht oder sogar verloren gegangen ist. Das ist politische Fantasy ohne politische Phantasie.
Anmerkungen
[1] Michael Pilz: „Oschmann, der Osten und die Orks", in: Die Welt 212, 2024, 31.10.2024, S. 16. Online unter: https://www.welt.de/kultur/article254246714/Oschmann-der-Osten-und-die-Orks.html, 10.3.2026, für weitere Belege dieser Rezeption Tolkiens siehe die Belege in Werber, Niels: Die Geopolitik der Literatur. Eine Vermessung der medialen Weltraumordnung. München 2007, S. 223, S. 225.
[2] Vgl. Niels Werber: Geo- and Biopolitics of Middle-earth. A German Reading of Tolkien’s ‚Lord of the Rings‘. In: New Literary History 36, 2005, H. 2, S. 227–246.
[3] https://www.tolkiengesellschaft.de/53409/tolkien-in-den-medien-2024-14/, abgerufen am 17.3.2026.
[4] John Ronald Reuel Tolkien: Der Herr der Ringe. Ausgabe in drei Bänden, hier Bd. 1: Die Gefährten. Aus dem Englischen übersetzt von Wolfgang Krege. Stuttgart 2001, S. 361. Hinfort wird Tolkien nach dieser Ausgabe unter der Sigle „HdR+Bandangabe, Seitenzahl“ zitiert (II: Die zwei Türme, III: Die Wiederkehr des Königs)
[5] Alexander C. Karp (mit Nicholas W. Zamiska): The technological republic. Über die Macht des Silicon Valley und die Zukunft des Westens. Aus dem Englischen von Tobias Gabel, Enrico Heinemann und Jörn Pinnow. München 2025, S. 225.
[6] Theresa Specht und Hans Rudolf Velten: Der Herr der Ringe in Ranglisten. Wie Tolkien populär wurde. In: Euphorion 119, 2025, H.4, S. 397–420.
[7] Markus Steinmayr: „Faszination für Fantasy als Fanatismus“, https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/warum-neurechte-eine-faszination-fuer-tolkiens-fantasy-haben-accg-110812472.html, abgerufen am 17.3.2026. Die folgenden Überlegungen arbeiten den FAZ-Text aus. Aus den zahlreichen neurechten Reaktionen auf den Texte siehe pars pro toto: Thomas Hartung: Mythen im Stechschritt, online unter: https://www.tumult-magazine.net/post/thomas-hartung-mythen-im-stechschritt, abgerufen am 17.03.2026.
[8] Wolfang Fritz Haug: Gramsci und die Politik des Kulturellen. In: Das Argument, Nr. 167, 30, 1988, H. 1, S. 32–48.
[9] Antonio Gramsci: Gefängnishefte. Kritische Gesamtausgabe auf Grundlage der im Auftrag des Gramsci-Instituts besorgten Edition von Valentino Gerratana. Hg. v. Klaus Bochmann und Wolfgang Fritz Haug unter Mitarbeit von Peter Jehle. Aus dem Italienischen von den Herausgebern und R. Graf, G. Kuck, J. Meinert, L. Schröder. Hamburg 1991ff, hier Bd. 1, H. 1, § 44, S. 101.
[10] Alain Benoît: Kulturevolution von rechts. Mit einer Einführung von Michael Böhm und einem Vorwort von Armin Mohler. Dresden: Jungeuropa Verlag 2017, S. 78.
[11] Benoît, Kulturrevolution von rechts, S. 80.
[12] Günter K. Platzdasch: Antonio Gramsci – Der Vater der Kulturrevolution. In: Criticón, 59, 180, S. 117-140.
[13] Platzdasch; Antonio Gramsci – Der Vater der Kulturrevolution, S. 117.
[14] Platzdasch: Antonio Gramsci – Der Vater der Kulturrevolution, S. 119.
[15] Lucien Chanteloup: J.R.R. Tolkien. Zur deutschen Ausgabe des Silmarillion. In: Criticón, 49, September/Oktober 1978, S. 237–239, hier S. 239, zit. n. Nicolai Busch, Das politische Rechte der Gegenwartsliteratur. Mit Studien zu Christian Kracht, Simon Strauß und Uwe Tellkamp. Berlin 2024. S. 97.
[16] Johannes Ludwig: 40. Todestag J. R. R. Tolkien. https://sezession.de/40759/40-todestag-j-r-r-tolkien, abgerufen am 17.3.2026.
[17] Jan-Werner Müller: Was ist Populismus? In: Zeitschrift für politische Theorie (ZPTh), 7, 2016, H. 2, S. 187–201, hier S. 187.
[18] Tobias Hof: Faschistische Hobbits? Julius Evola und die rechtsextreme Adaption von J.R.R. Tolkiens Welt. Online: https://www.tor-online.de/magazin/fantasy/faschistische-hobbits-julius-evola-und-die-rechtsextreme-adaption-von-jrr-tolkiens, abgerufen am10.03.2026.
[19] Giorgia Meloni: Ich bin Georgia. Meine Wurzeln, meine Vorstellungen. Aus dem Italienischen von Bernd Röben. München 2. Aufl. 2025, S. 45.
[20] Meloni, Ich bin Georgia, S. 238.
[21] Jörg Döring et al.: Was bei vielen Beachtung findet. Zur Transformation des Populären, In: Kulturwissenschaftliche Zeitschrift 6, 2021, H 2, 1–24. Vgl. jetzt auch die Beiträge in: Gezählte Beachtung. Theorien des Populären, hg. von Thomas Hecken, Berlin 2024. Zur Genealogie des Populären als einem eigenständigem Segment in der literarischen Kommunikation um 1800: Niels Penke: Formationen des Populären: Semantik und Poetik des ‚Volkes‘ um 1800. Heidelberg 2024.
[22] Theresa Specht: Populäres Wissen – Wissen vom Populären. In: Gezählte Beachtung. Theorien des Populären, hg. von Thomas Hecken, Berlin 2024, 31–51.
[23] Niels Werber: Popularität und Populismus, in: (Hg.): Polemische Öffentlichkeiten. Zur Geschichte und Gegenwart von Meinungskämpfen in Literatur, Medien und Politik, hg. von Elke Dubbels, Jürgen Fohrmann und Andrea Schütte, Bielefeld 2021, S.185–203, hier S. 189.
[24] Werber, Popularität und Populismus, S. 191.
[25] Hans Rudolf Velten: Figurationen des Zwerges in mittelalterlicher Literatur und im Fantasyroman: Tolkien, Heitz, Rehfeld, in: Nathanael Busch und Hans Rudolf Velten (Hg.):Die Literatur des Mittelalters im Fantasyroman. Heidelberg 2018, S. 111–130.
[26] Vgl. dazu Markus Steinmayr: Komplotte und Konspirationen. Popularisierung von Wissenschaft und Mittelalter in Dan Browns „Sakrileg“. In: Zs. für Literaturwissenschaft und Linguistik, 55, 2025, H. 2: https://doi.org/10.1007/s41244-025-00408-y, abgerufen am 05.03.2026.
[27] Hans Rudolf Velten/Theresa Specht: Das Mittelalter in der Populärkultur – zwischen Stereotypen und Authentizität. Eine Einführung, in: Mittelalter und Populärkultur. Rezeption – Aneignung – Beachtung. Hg. v. dens. Bielefeld 2024, S. 9–21, hier S. 13.
[28] Werber, Popularität und Populismus.
[29] Zit nach: Landtag von Sachsen-Anhalt: Stenografischer Bericht 7/28, 20. Juni 2017, https://padoka.landtag.sachsen-anhalt.de/files/plenum/wp7/028stzg.pdf., abgerufen am 04.03.2026.
[30] Erika Thomalla, Mladen Gladić: Literatur als Klartext. Wie Rechte lesen, in: Merkur. Deutsche Zeitschrift für Europäisches Denken, 75, 2021, H. 862, S. 5–15; Markus Steinmayr: Philister, Autodidakten, Parrhesiasten. Bildungsfiguren im Diskurs der Neuen Rechten. In: Merkur. Zeitschrift für europäischen Denken, 75, H. 862, 2021, S. 77–87; Nicolai Busch, Torsten Hoffmann, Kevin Kempke (Hrsg.): Neurechte Literatur und Literaturpolitik. Themenheft der Deutschen Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte (DVjs) Jg. 98, 2024, H. 4.
[31] Erika Thomalla: Neurechte Verlagspolitik. In: DVjs, 98, 2024, H.4, S. 639–659, hier S. 655.
[32] Zit. n. Thomalla, Neurechte Verlagspolitik, S. 656.
[33] Zit. n. Thomalla, Neurechte Verlagspolitik, ebd.
[34] https://blog.jungeuropa.de/blog/2024/10/22/der-rechte-literaturkanon/, https://sezession.de/40759/40-todestag-j-r-r-tolkien, abgerufen am 11.3.2026.
[35] https://sezession.de/70140/weltliteratur-hundert-romane-1925-bis-1975, abgerufen am 05.03.2026.
[36] https://sezession.de/70140/weltliteratur-hundert-romane-1925-bis-1975, abgerufen 05.03.2026.
[37] David Engels: Ein Leben mit Mittelerde. Wachsen an Tolkien. In: D.E. (Hg.): Aurë entulava. J.R.R. Tolkien zum 50. Todestag. Dresden 2023, S. 41.
[38] Engels, Ein Leben mit Mittelerde, ebd.
[39] Engels, Ein Leben mit Mittelerde, ebd.
[40] Armand Berger: Tolkien, Europa und die Tradition. Zivilisation im Spiegel des Imaginären. Aus dem Französischen von Louise Feldt. Dresden 2022. Das Buch ist David Engels gewidmet.
[41] Max Weber: Wissenschaft als Beruf. In: Geistige Arbeit als Beruf. Vier Vorträge vor dem Freistudentischen Bund. Erster Vortrag. München 1919, S. 16.
[42] Novalis: Logologische Fragmente II, in: Schriften. Die Werke Friedrich von Hardenbergs, hg. von Paul Kluckhohn und Richard Samuel, 2., nach den Handschriften ergänzte, erw. und verb. Auflage, Bd. 2: Das philosophische Werk I, hg. v. Richard Samuel. Stuttgart 1960, S. 531–563, hier S. 545.
[43] Novalis: Die Christenheit und Europa, in: Schriften. Die Werke Friedrich von Hardenbergs, hg. von Paul Kluckhohn und Richard Samuel, 2., nach den Handschriften ergänzte, erw. und verb. Auflage., Bd. 3: Das philosophische Werk II, Stuttgart 1960, S. 507–527, hier S. 516.
[44] Rolf-Peter Sieferle: Fortschrittsfeinde? Opposition gegen Technik und Industrie von der Romantik bis zur Gegenwart. München 1984, S. 45–48.
[45] Novalis, Christenheit und Europa, S. 515.
[46] Novalis, Christenheit und Europa, S. 515.
[47] Vgl. zu dieser Theorie des Phantastischen: Renate Lachmann: Erzählte Phantastik. Zur Phantasiegeschichte und Semantik phantastischer Texte. Frankfurt/M. 2002.
[48] Helmut W. Pesch: Fantasy. Theorie und Geschichte. Norderstedt 2017 [=zuerst 1982], S. 84.
[49] Pesch, Fantasy, ebd.
[50] Niels Werber: Mediävaler Midcult? Populärer Realismus und Tolkiens Mittelerde, in: Mittelalter und Populärkultur. Rezeption – Aneignung – Beachtung, hg. Hans Rudolf Velten/Theresa Specht, Bielefeld 2024, S. 195–230.
[51] Pesch, Fantasy, ebd.
[52] Moritz Baßler: Populärer Realismus. Vom International Style gegenwärtigen Erzählens. München 2022, S. 107.
[53] Baßler, Populärer Realismus, ebd.
[54] Oliver Bildo: Mittelerde als Ausdruck romantischer Kreativität und Sehnsucht. In: Hither Shore, 7, 2010, S.32–47, hier S. 33.
[55] Bildo, Romantische Kreativität & Sehnsucht, S. 36.
[56] Bildo, Romantische Kreativität & Sehnsucht, S. 37.
[57] Bildo, Romantische Kreativität & Sehnsucht, S. 39.
[58] Bildo, Romantische Kreativität & Sehnsucht, ebd.
[59] Bildo, Romantische Kreativität & Sehnsucht, S. 39.
[60] Bildo, Romantische Kreativität & Sehnsucht, S.41.
[61] Julian Eilmann: Tolkien und die Romantische [sic!] Nostalgie, in: Hither Shore, 7, 2010, S. 94–110, hier S. 97.
[62] Eilmann, Tolkien und die Romantische [sic!] Nostalgie, S. 99.
[63] Osterhelt, Anja: Heimat – Romantisierung von Politik heute. In: Romantisierung von Politik. Historische Konstellationen und Gegenwartsanalysen. Sonderheft der Zeitschrift Athenäum – Jahrbuch der Friedrich Schlegel Gesellschaft, hg. von Sandra Kerschbaumer und Matthias Löwe (2022), S. 319–337.
[64] Vgl. Wolfgang Radtkau: Die Ära der Ökologie. Eine Weltgeschichte. München 2011, S. 24ff.
[65] Die Elemente der Staatskunst. Sechsunddreißig Vorlesungen. Ungekürzte Ausgabe. Neuausgabe der Originalausgabe 1808-1809. Berlin 1936, S. 37.
[66] Müller, Elemente der Staatskunst, S. 39.
[67] Ebd.
[68] Adam Müller: Von der Gewerbefreiheit. In: A.M.: Ausgewählte Abhandlungen. Hg. v. J. Baxa, Jena 1921, S. 34–39, hier S. 34.
[69] Dieter Arendt: Heimkehr – wohin? Wandlungen eines literarischen Motivs. In: Hochland, 60, 1967/68, S. 448–462.
[70] Carl Schmitt: Der Begriff der Politischen. Text von 1932 mit einem Vorwort und drei Corollarien. Berlin 2015 (9. Aufl.), S. 50.
[71] Schmitt, Der Begriff des Politischen, ebd. Für die weitere geopolitische Lektüre von Tolkiens Epos im Sinne Carl Schmitts siehe erstmals: Werber: Die Geopolitik der Literatur, S. 207–247 (s. Fn. 1).
[72] Jennifer Schellhöh: Abgrenzung an allen Fronten. Die Neue Rechte und ihre ethnopluralistische Erzählung. In: Großerzählungen des Extremen. Hg. von Armin Flender u. a. Bielefeld 2018, S. 15–20; Martin Lichtmesz: Ethnopluralismus. Kritik und Verteidigung. Schnellroda 2020.
[73] Adam Müller: Die Elemente der Staatskunst. Sechsunddreißig Vorlesungen. Ungekürzte Ausgabe. Neuausgabe der Originalausgabe 1808-1809. Berlin 1936, S. 27.
[74] Friedrich Schlegel: Schriften aus dem Nachlaß. In: F.S.: Kritische Ausgabe (angelegt auf 35. Bände), hier Bd. 13: Philosophische Vorlesungen 1800-1807. Hg. von Jean-Jacques Anstett. Paderborn 1964, S. 145.
[75] Vgl. dazu David Goodhart: The road to Somewhere. Die populistische Revolte und die Zukunft der Gesellschaft. Aus dem Englischen von Ulrike Sterath-Bolz, Thomas Käsbohrer und Susanne Guidera. Iffeldorf 2020, S. 53–83.
[76] Michael Niehaus: Macht/Phantasie. Eine Betrachtung zur J.R.R. Tolkiens ‚Der Herr der Ringe‘. Essen 2014, S. 8.
[77] Björn Höcke: Nie zweimal in denselben Fluss. Björn Höcke im Gespräch mit Sebastian Hennig. Mit einem Vorwort von Frank Böckelmann. Lüdinghausen 4. Aufl. 2020, S. 253.
Der Hügel: Hobbiton jenseits des Wassers, August 1937; © The Tolkien Estate Limited Eine Schwarz-Weiß-Version dieser Illustration erschien im Originalausgabe von „Der Hobbit“; kurz darauf überarbeitete J.R.R. Tolkien die Zeichnung und veröffentlichte eine Farbversion in der ersten amerikanischen Ausgabe des Buches.